Die Zukunft von ESNs – wie sehen die nächsten 3-5 Jahre aus?

Prognosen sind immer schwierig, insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen. Beim Einsatz sozialer Netzwerke in Organisationen -auch Enterprise Social Networks (ESN) genannt- zeichnen sich einige Trends ab, die ich in diesem Blog kurz besprechen möchte.

Grundsätzlich habe ich die Beobachtung gemacht, dass Trends und Entwicklungen im Internet mit ca. 10 Jahren Verzögerung auch in den internen Intranets Einzug halten. Frühe soziale Netzwerke wie Friendster oder MySpace sind im Jahr 2002 gestartet, ab 2012 begannen die ersten Unternehmen wie BASF oder Bosch interne soziale Netzwerke zu starten.

Für die Lektion Soziale Netzwerke unseres Web 2.0 Führerscheins habe ich mal die zentralen Funktionen dieser Softwareklasse herausgearbeitet:

  • Profile der Mitglieder (Profile)
  • Kontaktlisten (Buddy-List)
  • Nachrichten-Versand (Messaging)
  • Benachrichtigungen zu Ereignissen (Notification)
  • Aktivitätenstrom (Activity Stream)
  • Microblogs/Statusmeldungen
  • Suche (Search)
  • Integrierte Groupware zur Gruppenbildung (Groups)

Da es zum damaligen Zeitpunkt keine Software mit derartigem Funktionsumfang in Unternehmen gab, wurden Produkte wie beispielsweise Jive oder Connections von IBM (mittlerweile HCL) angeschafft und eingeführt. Die Systeme füllten eine vorhandene Lücke und wurden zumindest von Teilen der Belegschaft willkommen geheißen. Gleichzeitig zeigten sich recht schnell auch einige Nachteile:

  1. Silo-Bildung: die Enterprise Social Networks begannen, ein eigenes Leben als Silo zu führen, da sie mit den restlichen Anwendungen in der Organisation nicht oder kaum verbunden waren. Natürlich funktionierte Basisdienste wie Single-Sign-On, aber schon bei der übergreifenden Suche oder Integration vorhandener Software wurde es schwierig.
  2. Web 1.0 Paradigma: der Paradigmenwechsel von Web 1.0 zu Web 2.0 (s.a. What is Web 2.0?) war weg von monolithischen Systemen die alles können, hin zu einzelnen stark spezialisierten und nur leicht integrierten Anwendungen (Beispiel: das YouTube-Video oben, das in einen Blog eingebettet ist). David Weinberger hat das recht treffend mit Small Pieces Loosely Joined beschrieben. Viele ESN-Anbieter haben sich jedoch am Web 1.0 Paradigma orientiert und versucht, die Eierlegendewollmilchsau (Kommunikation, Kollaboration, Innovation etc.) zu bauen.
  3. Interoperabilität: ESN-Software ist i.d.R. über die Unternehmensgrenze hinweg nicht oder nur sehr schwierig nutzbar. Wir sind aber gewohnt, Menschen anzurufen und E-Mails zu schicken ohne uns darum zu kümmern, welche Telefon-/Email-Software unsere Ansprechpartner verwenden. Das geht bei ESNs bis heute nicht. Nutzt Firma A Jive und Firma B Connections, ist eine übergreifende Vernetzung nicht möglich. Da die Zusammenarbeit aber nicht nur intern zunehmend vernetzt stattfindet, sondern auch in übergreifenden Wertschöpfungsnetzwerken, ist diese Funktionalität zwingende Voraussetzung. Technische Möglichkeiten gibt es, wie das Fediverse beweist. Anstrengungen in diese Richtung sind bei den ESN-Anbietern nicht zu sehen.

In den letzten beiden Jahren hat sich zusätzlich folgender Trend abgezeichnet: Office 365 verbreitet sich, unabhängig und oft sogar in Konkurrenz zu bestehenden ESNs. Die Projektteams waren oftmals ganz andere, die Anwendungsfälle und Nutzenversprechen aber sehr ähnlich. Dieser Trend wird sich fortsetzen, da fast alle Organisationen bisher das Office-Paket (WEPO: Word, Excel, PowerPoint, Outlook plus Flieserver, SharePoint und Windows) nutzen und es das in Zukunft nicht mehr als Kauf- sondern nur noch als Abomodell geben wird.

Im Paket mit Office 365 kommen neue Anwendungen wie Teams (Chat-basierte Zusammenarbeit in Gruppen), Yammer (Soziales Netzwerk), Planner (Taskboards), OneDrive (Filesharing), Stream (Videoportal), SharePoint Online (Soziales Intranet, Teamseiten, Micorsites), Flow (Automatisierung), PowerApps (schnell Mobile Apps bauen) uvm. Alle Dienste verfügen über ein zentrales Berechtigungsmodell, die Inhalte sind über den Microsoft Graph vernetzt. Die zentrale Suche auf office.com sucht in allen Inhalten, auf die der jeweilige Nutzer Zugriff hat. Dienste der künstlichen Intelligenz wie beispielsweise die Übersetzung sind in die einzelnen Anwendungen integriert und lernen mit jeder Nutzung.

Dieses Grundkonzept ist sehr nah an dem Ansatz, den ich oben mit Web 2.0 Paradigma bezeichnet habe. Das Gesamtpaket bildet ungefähr das Ökosystem ab, dass ich mir als Wissensarbeiter auch im Web zusammenstelle (LinkedIn, Telegram, Dropbox/Nextcloud, Zoom, Trello etc.). Zusätzlich spielen die Lizenzkosten von ca. € 20,- pro Monat pro Nutzer (bei Office 365 E3 Plan) den Zielen der IT wie Kostenreduktion, Senkung der Betriebskosten und Vereinfachung der Lizensierungsstruktur in die Karten.

Meine Vermutung ist demzufolge, dass die bestehenden ESNs in den kommenden 3-5 Jahren überwiegend durch Office 365 abgelöst werden. Die Rolle der offenen sozialen Netzwerke wird dabei von Yammer übernommen. Die Zusammenarbeit von Abteilungen, Projekten und Communities wird von Teams abgedeckt. Löst sich die Unternehmenskommunikation von der Leitidee des redaktionellen Mitarbeiterportals mit tiefer, hierachischer Navigationsstruktur könnte diese Funktion durch eine Kollektion von SharePoint Online Seiten übernommen werden (s.a. SharePoint Look Book).

Wie einleitend angedeutet ist die Prognose der Zukunft immer schwierig. Was denkt ihr zur Zukunft der ESNs? Wo teilt ihr meine Meinungen? Wo seid ihr anderer Meinung? Gerne unten in die Kommentare schreiben.

AIZ/GIZ Herbstakademie 2019

Am 2. Oktober 2019 habe ich bei der AIZ/GIZ Herbstakademie in Bonn einen Impuls und zwei 90-minütige Sessions zu „Wissen teilen in der Lernenden Organisation“ gehalten. Wir haben uns mit Ansätzen der Lernenden Organisation wie dem Double Loop Learning von Chris Agyris oder den Fünf Disziplinen von Peter Senge, insbesonderen aber der Definition nach David Garvin (s.a. Is Yours a Learning Organization?) beschäftigt:

Links zum Workshop stellen ich bereit, sobald ich etwas Zeit dazu finde.

Software-Tipps Audio:

Software-Tipps Video:

Hardware-Tipps (Affiliate-Links):

Weitere Informationen zur DIY Medienproduktion auf der Media Lab Seite in COPEDIA.

Umzug auf ein neues Notebook (Lenovo X1 Carbon 7th Gen)

Diese Woche ist mein neues Notebook, wieder ein Lenove X1 Carbon (7. Generation) angekommen. Das ist immer eine gute Chance, auch die Anwendungslandschaft zu bereinigen. In einem ersten Schritt stelle ich die Standard-Konfiguration aus dem Cogneon Standard Arbeitsplatz (#csap) her. Danach durchforste ich mal die Anwendungen, die sich auf meinem aktuellen Notebook gesammelt haben und entscheide, welche ich in Zukunft noch brauche:

  • 7-Zip: installieren (@sdueckert)
  • AAC Audiobook Creator
  • Adobe
  • AirParrot 2
  • Altap Salamander: installieren (@sdueckert)
  • AppGate: installieren (Remote Zugang Kunden) (@sdueckert)
  • Apple Software Update
  • Application Verifier
  • Audacity: installieren (@sdueckert)
  • AVerMedia
  • Avira
  • AxCrypt
  • Barco
  • Bitwarden: installieren (@sdueckert)
  • Blackmagic Design
  • Bonjour
  • Bose Updater
  • Calibre2
  • CDex
  • Citrix: installieren (Remote Zugang Kunden) (@sdueckert)
  • Common Files
  • CONEXANT
  • Docker
  • Dolby
  • Dropbox: installieren (@sdueckert)
  • FFmpeg for Audacity (@sdueckert)
  • ffmpegyag
  • FileZilla FTP Client: installieren (@sdueckert)
  • Foxit Reader: installieren (PDF Reader) (@sdueckert)
  • FreeCommanderXE
  • FreeMind
  • Freeplane
  • GIMP 2: installieren (@sdueckert)
  • GnuPG
  • Google Chromium (@sdueckert)
  • Gpg4win
  • gs
  • HHD Software
  • HP
  • Hyper-V
  • ImageMagick-7.0.8-Q16 (@sdueckert)
  • Inkscape: installieren (@sdueckert)
  • InstallShield Installation Information
  • Intel
  • Internet Explorer
  • IrfanView: installieren (@sdueckert)
  • Jabra
  • JAM Software
  • Java
  • Joplin: installieren (@sdueckert)
  • KeePass Password Safe 2
  • Lame For Audacity
  • Linux Containers
  • Logitech
  • MakeMKV
  • Microsoft
  • Microsoft Office 2016
  • Microsoft SDKs
  • Microsoft Visual Studio
  • Microsoft.NET
  • MiKTeX 2.9 (@sdueckert)
  • Mixxx
  • ModifiableWindowsApps
  • Mozilla Firefox (@sdueckert)
  • Mozilla Maintenance Service
  • Mozilla Thunderbird
  • Mp3tag: installieren (für Podcasting) (@sdueckert)
  • MSBuild
  • net.downloadhelper.coapp
  • Nextcloud: installieren (@sdueckert)
  • nodejs
  • Notepad++: installieren (@sdueckert)
  • Npcap
  • obs-studio: installieren (@sdueckert)
  • OpenShot Video Editor
  • ownCloud
  • Pandoc (@sdueckert)
  • PDFtk
  • PreSonus
  • PuTTY: installieren (@sdueckert)
  • REAPER (x64): installieren (@sdueckert)
  • Reference Assemblies
  • Scribus 1.4.8
  • SDA
  • Shotcut
  • ShrewSoft
  • SMART Technologies
  • Sonos
  • Steinberg
  • Studiolink
  • SunplusIT Integrated Camera
  • Sweet Home 3D
  • Synaptics
  • Tablet
  • Teams Installer
  • Tobias Erichsen
  • Tor
  • Tor Browser
  • Typora: installieren (lernOS Guide) (@sdueckert)
  • Ultraschall: installieren (@sdueckert)
  • UNP
  • VB
  • VideoLAN: installieren (VLC) (@sdueckert)
  • VirtualDJ
  • VulkanRT
  • WinDirStat: installieren (@sdueckert)
  • Windows Defender
  • Windows Defender Advanced Threat Protection
  • Windows Kits
  • Windows Mail
  • Windows Media Player
  • Windows Multimedia Platform
  • Windows NT
  • Windows Photo Viewer
  • Windows Portable Devices
  • Windows Security
  • WindowsPowerShell
  • WinHTTrack
  • WireGuard: installieren (@sdueckert)
  • Wireshark
  • XMind: installieren (@sdueckert)
  • Yamaha
  • Yarn
  • youtube-dl: installieren (@sdueckert)
  • yWorks: installieren (yED, SND Expert Debriefing) (@sdueckert)
  • ZOOM: installieren (@sdueckert)

Aufgaben

  • Anwendungen oben kommentieren und Positivliste erstellen
  • Positivliste installieren (@sdueckert)
  • CSAP installieren (@sdueckert)
  • Prodktionskette lernOS Guides installieren (@sdueckert)
  • Bitlocker aktivieren (@sdueckert)
  • Backup aktivieren
  • Kundenzugänge testen (@sdueckert)

Wissensmanagement Strategie Workshop in München

Heute war ich zu einem #Wissensmanagement #Strategie Workshop in München. Unsere prinzipielle Vorgehensweise (Folien mit Beispielen von #Schaeffler und #Festo) bestehend aus Herstellen eines gemeinsamen Grundverständnisses zu Wissensmanagement, Erarbeitung einer KM Mission und einer KM Vision sowie Ableitung von Handlungsfeldern und Maßnahmen hat in einem Team von drei Personen gut funktioniert.

Ich habe zusätzlich neue Inhalte aus der Entwicklung des #lernOS for Organizations Guide, des KM-Standards #ISO30401 sowie des neuen KM Cookbooks verwendet. Ab Oktober will ich mit der Fertigstellung des neuen lernOS Guides beginnen, der mit der ISO 30401 „compliant“ sein wird.

Links:

Offene Fragen:

  • Kann man die Profile eines Confluence-Wikis als Yellow Page/zur Expertise Location verwenden?

Vereinfachung der reveal.js Einbindung für die lernOS Präsentationen

Zu den lernOS Leitfäden soll es jeweils eine begleitende Präsentation geben, mit der man den Leitfaden vorstellen und Dojos (Workshops) durchführen kann. Um nicht von Desktop-Anwendungen (PowerPoint, Keynote, Impress) abhängig zu sein, haben wir uns für das HTML Presentation Framework reveal.js entschieden. Nach der Anleitung von #revealjs kann man sich die ganzen Quellen herunterladen, in ein Verzeichnis entpacken und von dort per index.html starten. Das habe ich inkl. des Uploads in das docs Verzeichnis von GitHub für die Generierung der GitHub Pages mit Erfolg probiert.

Nachteil ist, dass die ganzen Quellen von reveal.js (CSS, JavaScript, Plugins etc.) auch im GitHub Repository verwaltet werden müssen. Daher habe ich einen anderen Weg gesucht und gefunden. Alle Quellen von reveal.js werden auch über Open Source Content Delivery Networks (CDN) wie beispielsweise cdnjs.com angeboten. Auf diesem Weg kann man immer die aktuelle Version des Frameworks verwenden und die Auslieferung der Dateien erfolgt auch noch deutlich schneller.

In der index.html sind dafür nur folgende Änderungen vorzunehmen:

Alt:

<link rel="stylesheet" href="css/reset.css">
<link rel="stylesheet" href="css/reveal.css">
<link rel="stylesheet" href="css/theme/league.css">
<script src="js/reveal.js"></script>

Neu:

<link rel="stylesheet" href="https://cdnjs.cloudflare.com/ajax/libs/reveal.js/3.8.0/css/reset.min.css">
<link rel="stylesheet" href="https://cdnjs.cloudflare.com/ajax/libs/reveal.js/3.8.0/css/reveal.min.css">
<link rel="stylesheet" href="https://cdnjs.cloudflare.com/ajax/libs/reveal.js/3.8.0/css/theme/league.min.css">
<script src="https://cdnjs.cloudflare.com/ajax/libs/reveal.js/3.8.0/js/reveal.js"></script>

Somit muss im GitHub-Repository nur noch die Datei index.html verwaltet werden, der ganze Rest kommt vom CDN. Um weitere Bandbreite zu sparen, habe ich gleich die minifizierten CSS-Dateien eingebunden. Die unkomprimierten Dateien sind im Bereich reveal.js auf dem CDN aber auch verfügbar.

Die Präsentation zum #lernOS for You Leitfaden ist aktuell nur im Development Branch verfügbar. Da die Quellen für GitHub Pages immer im Verzeichnis „/docs“ im Master Branch liegen müssen, ist mir noch nicht klar, wie wir mit Sprachversionen bei Leitfäden umgehen, die mehrsprachig verfügbar sind. Ich habe den neuen Ansatz jetzt erstmal mit der deutschen Version der Präsentation umgesetzt und werde mir demnächst noch ein kleines Konzept zur Mehrsprachigkeit überlegen (Bilder und Farben fehlen noch):

https://github.com/cogneon/lernos-for-you/tree/master/docs
https://cogneon.github.io/lernos-for-you

Solid by Tim Berners-Lee

World Wide Web Erfinder Tim Berners-Lee hat ein neues Projekt: #solid. Hinter Solid steckt nicht weniger, als das Web wie wir es kennen zu revolutionieren. Die Idee ist, bestehende Internet-Standards zu verwenden, um den dezentralen Charakter des Webs wieder herzustellen und den Trend zu Plattformen wie Facebook, LinkedIn, Medium, YouTube etc. umzukehren. Jeder Nutzer kann sich mit dem „Solid Pod“ eine eigene Webpräsenz erstellen und darüber Blogs, Bilder, Dateien, Videos etc. teilen. Das Projekt ist in einem sehr frühen Stadium, lohnt sich aber für die Weiterentwicklung von #lernos zu beobachten.

https://solid.inrupt.com
https://solid.inrupt.com/docs/getting-started
https://www.w3.org/2005/Incubator/webid/spec/identity

Rebound Effekt

Im #t3n Podcast Kann Tech das Klima retten? bin ich mal wieder auf den #rebound Effekt gestoßen. Einsparungen oder Effizienzsteigerungen werden nicht dazu genutzt, Ressourcen zu schonen, sondern es wird einfach mehr vom gleichen verbraucht (Beispiele: Kohleverbrauch bleibt konstant im 19. Jhd, Benzinverbraucht bleibt konstant auf 7l/100km aber Leistung steigt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Rebound-Effekt_(Ökonomie)